Barcamp09/Dokumentation
From LiquidDemocracy
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[edit] Grundphilosophie (und Implementationen)
Vorstellung der Tools, vermischt mit allgemeinen Grundsatzdiskussionen
[edit] Vorstellung Adhocracy
Von Pudo
- Mandantenfähig
- Kategorien; Themen; Vorschläge
- auf jeder Ebene Delegation möglich
- Vorschläge schließen sich nicht gegenseitig aus; können zwischen Themen hin und hergeschoben werden
- Beziehungen zwischen Vorschlägen (widersprechen sich, setzen sich voraus...)
- Bearbeiten kann
- Der der den Vorschlag eingestellt hat
- Karma-Threshold
- Administratoren
- Sehr einfaches Abstimmungssystem
- Trennung zwischen Was (erster Absatz und Einleitung) und Wie (einzelne Absätze) (Bearbeitbar mit genug Karma)
- Kategorisierung wird nicht abgestimmt sondern mit Karma oder vom Einsteller gemacht
- Kategorien werden für die globalen Delegationen verwendet (Problem: damit ist die Kategorisierung ein Instrument um zu Steuern wie delegiert wird - unklar ist wie man das machen kann)
Abstimmung:
- Öffentliche Stimmen: dafür, dagegen, enthalten
- Verwaltung der Vorschläge:
- Quorum erreicht (Anzahl der Wähler)
- Quorum erreicht: % der Wähler
- Quorum für bestimmten Zeitraum gehalten
- Problem für viele Anwendungen: man braucht Rechtssicherheit (Vereinsstatuten, Gesetze...)
- Rosten als Entschleunigungsinstrument - Schwelle für Änderung wird mit der Zeit niedriger (-> keine Blockade)
- Rosten-Funktion noch in keinem Tool implementiert
- Was erwartet man von einem technischen Instrument?
- z.B. Entscheidung zu einem bestimmten Zeitpunkt erzwingen vs. User sind nun mal gespalten (?)
- Inwieweit kann das Werkzeug die Nutzer unterstützen beim Erreichen von Ergebnissen?
- Man muss sich nicht an jeder Diskussion beteiligen (dynamischer Prozess)
- Übertragung des Verhältnisses ins Parlament - keine Entscheidung erzwungen
- Zusammenhang mit benutztem Wahlsystem (Ergebnis: Verhältnis vs. Ja-Nein-Entscheidung) - je nach Anwendungsfall (Terminfestlegung muss eindeutig sein und darf nicht immer neu diskutiert werden. Kein demokratischer Prozess im engeren Sinne, im Gegensatz zur Programmdiskussion in Parteien)
- Unterschied zwischen: Eine Entscheidung muss fallen und Wir wollen politische Entscheidungen mit Mehrheitsverhältnissen
- Vorgestellter Use-Case: Programme entstehen lassen - nicht unbedingt konkrete entscheidungen (Ziehen wir die Bundeswehr nächste Woche ab?) Eher: Was finden wir für alternative politische Strategien zum Bundeswehreinsatz
- Programmatische, längerfristige Fragen
- Erstellen von Texten (Gesetzestexten, Wahlprogrammen); Meinungen können sich ändern, auf Entwicklungen reagieren ("liquid")
- flexible Basisdemokratie; jeder kann jederzeit eingreifen
- Verpflichtung der Abgeordneten oder des Parteitags (...) über sozialen Kontrakt/ freiwillige Selbstverpflichtung, sich nach Mehrheitsverhältnissen zu richten
- Programm: Grundsatzprogramm und das, was Mitglieder (zu jedem Zeitpunkt) tatsächlich wollen
- Das System geht nicht davon aus das jeder gleich viel mitmacht.
- Karma als Lösungsansatz?
- Karma wird auf Kommentare vergeben (gift-economy)
- Wieso nicht Delegation verwenden? Ist eigentlich so
- Unterschied zwischen Score und Karma (Score für Beiträge, Karma für Personen)
- Idee: zweidimensionales Bewertungssystem für Beiträge (schließe mich an/ bin derselben Meinung vs. ist ein guter Beitrag/ ein gutes Argument); oder mehr als 2 Dimensionen, Ebenen der Bewertung
- Einwand - Diskussion bei indymedia zeigt: Problem: Argumente werden (so gut wie) nie objektiv bewertet; Inhalt wird i.d.R. nicht unabhängig von dahinterstehender politischer Haltung bewertet (anders bei rein technischen Diskussionen; vgl. Stackoverflow)
- Kann Karma-System demokratisch sein (bzw ist es demokratisch); wenn nein, braucht man dennoch ein ähnliches Ordnungssystem? (vgl. Bewertungssysteme bei ebay, stackoverflow, jyte)
[edit] Vorstellung Liquid Feedback
Von Flocke und Skipper
- Etwas statischer als Adhocracy, jeder Antrag durchläuft bestimmte Stadien und am Schluss steht eine Entscheidung
- Kein Karma, mit Delegation
- Annahme: Wenige Beteiligte, viele Leser, wenige Trolle
- Übliches Problem: Wenige arbeiten etwas aus und viele sind dann überrascht, dass jemand etwas gemacht hat und sie nicht beteiligt wurden -> daher Feedback-Funktion. Vorschläge können weiterhin von Einzelnen oder (kleinen) Gruppen erarbeitet werden, aber diese können von Anfang an strukturiertes Feedback einholen.
- Verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten
- Strukturiertes Feedback zu Vorschlägen: muss/ soll/ egal/, soll nicht/ darf nicht
- Jeder kann Gegen- oder alternative Vorschläge einbringen
- Delegation auf drei Stufen: Global, nach Themenbereichen, konkret für eine Abstimmung
- Festlegung, zu welchem Themenbereich ein Vorschlag gehört (soziales, Wirtschaft...; regional)?
- Idee: der, der das System in Betrieb nimmt, legt fest, welche Themenparlamente es geben soll und worüber die jeweils entscheiden sollen. Diese Zuordnung kann im Nachhinein in Frage gestellt werden und darüber abgestimmt (Meta-Abstimmungen). Diskussion über Zuordnung nicht nur im Nachhinein möglich. Zuordnung durch den, der Vorschlag einstellt
- Keine eindeutige Zuweisung? (im Unterschied zum Politikfeldparlamentarismus, wo jedes Politikfeldparlament sich mit einem Gesetzestext befasst -> objektive/ eindeutige Zuordnung)
- Mit dem gleichen System auch anderer Zuordnungsmechanismus möglich (zB Bündnisse, Politikfeldparlamente..)
- Notify-System gibts noch nicht
Phasen:
- Neu (einstellen, quorum ob überhaupt diskutiert werden soll)
- Diskurs: Vorschläge erarbeiten
- Abstimmung: Welcher Vorschlag
- Entschieden: Reihenfolge + Verhältnisse
- Jeder macht seinen eigenen Vorschlag - niemand sonst kann ihn ändern, nur Feedback abgeben
- Ist die Trennung zwischen Diskussion (irgendwo) und Feedback (im System) nicht gerade ein Problem, wenn man gleichzeitig dem Diskurs einen Prozess aufsetzt (im System)?
- Erarbeitung und Legitimierung sind zwei Sachen
- Diskurs um Ausarbeitung vs. Diskurs um "was ist unterstützungsfähig": "Diskurs zweiter Ordnung"
- 4 Ebenen des Diskurses mit steigender Strukturiertheit (von unstrukturiert über Textausarbeitung bis zur Abstimmung über konkrete Vorschläge)
- Liquid Feedback wird als Tool kurz vor der Abstimmung eingesetzt
- Liquid Feedback dient dazu, Ausschussarbeit an die Basis zu knüpfen und umgekehrt
- Abstimmungen sind vorgesehen: Soll einen Gewinner hervorbringen - mit Präferenzwahlverfahren
- Kreis-Delegation ist gar kein Problem: z.B. als Urlaubsvertretung
[edit] Votorola
von Thomas
http://wiki.piratenpartei.de/Datei:Kommunikative-delegation.png
- Blick darauf, was die Projekte zusammenbringt und was die Unterschiede sind
- Zwei Arten von Delegation - welche Abstraktionslevel gibt es
- Wofür wird Delegation verwendet - als Arbeitserleichterung (mit Thema X kenne ich mich nicht aus - mach Du das)
- Der Mechanismus innerhalb einer Abstimmung ist auch die Delegation (das ist der Haupt-Unterschied zu anderen Systemen)
- Man verwendet die delegierten Stimmen als Verhandlungsmasse, um Änderungen am delegierten Entwurf zu erreichen
- Wer beitragen will, geht in den Baum so tief, bis er gehört wird
- Kann direkte Abstimmung die Delegation kaputt machen?
- Populismus-Problem, wenn es an der obersten Ebene noch die Möglichkeit gibt, Stimmen von der Basis abzuziehen? (z.B. durch Werbung mit bekannten Persönlichkeiten oder populistischen Aussagen). Problem von allen Delegationssystemen oder lässt sich das mit der Arbeit mit Bündnissen umgehen/ vermeiden?
- keiner der Entwürfe startet mit tausenden von Stimmen, sondern es ist ein dynamisches System
- Populismus kann nicht durch Wahlsystem verhindert werden, sondern durch Diskurs, Austausch von Argumenten (vgl. Zensurdebatte: Möglichkeit, einen dritten Vorschlag einzustellen, Mittelweg zwischen extremen/ populistischen Vorschlägen)
- im Liquid Feedback sind die "obersten" beiden Ebenen des Votorola-Delegationssystems implementiert (Vorschläge + Änderungsvorschläge; nicht mehr: Änderungsvorschläge für Änderungsvorschläge usw.), s. Graphik (http://wiki.piratenpartei.de/Datei:Kommunikative-delegation.png)
- Votorola: strukturiertes Feedback auf prinzipiell beliebig vielen Ebenen; meine Meinung, welche Änderung an dem Vorschlag, den ich unterstütze, wünschenswert wäre, drücke ich durch den "Weg" der Delegation aus
- Ziel des Delegationsbaums ist es, sehr große Diskussionen damit zerlegen zu können
- am Bsp: Götz Werner bietet den Service an, alle Entwürfe, die an ihn delegieren, zu integrieren und zu einem kohärenten Konzept zu vereinen; ebenso auf niedrigeren Ebenen
- Problem: Man kann sich nur in einer Stelle in den Delegationsbaum (und damit Diskurs) einhängen – ist das vielleicht zu wenig?
- Ziel jeden Tools ist es Leute zu motivieren, nicht nur abzustimmen, sondern sich am Diskurs zu beteiligen (-> Usability).
- Man kann nicht erzwingen, dass sich Leute engagieren und echt beteiligen – man kann es nur ermöglichen und motivieren und immer wieder Einstiegspunkte anbieten.
- Unterschied bei Liquid Feedback: Jeder Vorschlag wird bearbeitet und Feedback gegeben – nicht nur für einen, an den man delegiert (man kann beliebig viele Vorschläge grundsätzlich unterstützen und daran mitarbeiten, indem man Feedback gibt)
- grundsätzlich: will man zum Zeitpunkt X eine eindeutige Entscheidung (weil man Wahlplakate drucken muss o.ä.) oder lässt man Uneindeutigkeit zu (und überträgt dann die Verhältnisse, z.B)
[edit] Verantwortung
- Einen Avatar (Pseudonym) mit vielen Karma-Punkten gibt man nicht so gerne auf
- Eine politische Meinung ist in einem Liquid System eine öffentliche Sache, über die man Verantwortung kriegt
- Delegierter muss öffentlich sein; wer nur abstimmt, soll anonym (bzw. pseudonym) bleiben können
[edit] Liquid Democracy e.V.
- Zweck: Komplexe politische Sachverhalte bearbeiten, Positionen erarbeiten
- Politisches Ziel steht im Mittelpunkt - nicht Personen
- Abstimmung == Eine Idee unterstützen == Beitreten zu einem Bündnis, das diese Idee vertritt (und weiter bearbeitet)
- Gruppen stellen Vorschläge ein - damit nicht nur noch Juristen Vorschläge machen können
- Muss möglich sein, Ideen einzubringen, ohne dass man die Fachkompetenz hat, den genauen Gesetzestext zu erarbeiten
- Fast alle Vorschläge betreffen viele Gesetzestexte, damit ist klar in welchen Politikfeldparlamente (abhängig von den Gesetzestexten die geändert werden müssen) ein Bündnis tätig werden muss
- Dort findet der Diskurs mit den anderen Bündnissen statt, die diesen Gesetzestext verändern wollen
- Jedes Bündnis hat den momentan aktuellen Vorschlag zur Änderung des jeweiligen Gesetzestextes vorne - und arbeitet im Hintergrund (intern) an neuen Versionen/ Verbesserungen
- Was ist wenn man in einem Politikfeldparlament in mehreren Bündnissen ist? - da muss man sich entscheiden (die Gliederung der Politikfeldparlamente ist aber sehr fein, ca. ein Politikfeldparlament pro Paragraph / Gruppe von Paragraphen)
- Versuch, den Gesetzgebungsprozess genau abzubilden -> Möglichkeit der Amateurisierung verbaut (Möglichkeit für jeden, sich einfach einzubringen, wenn aufgrund der Komplexität nur Fachleute/ Juristen noch durchblicken).
- Je nachdem, wie tief/ intensiv man sich einbringen will: nur abstimmen (= einem Bündnis beitreten); sich delegieren lassen etc. -> unterschiedliche Anforderungen
- Moderierende Rolle der Abgeordneten als Ordner, die die Politikfeldparlamente zusammenbringen, die sich unterhalten/ abstimmen müssen
- Bündnisse von Bündnissen?
- Politikfeldparlamente dienen der Kollisionserkennung: X will an §Y was ändern, ein anderer auch aus ganz anderer Motivation.
- Bündnisse = Parteien mit einem einzigen Thema (die man nur wählen kann oder an Programmen etc. mitarbeiten, s. unterschiedliche Intensität der Beteiligung)
- Ziel: Viele Positionen werden von den Piraten in die Parlamente getragen, damit ein Bündnis, das in den Piraten nur 20% hat, zusammen mit Teilen der Grünen und Roten und wem auch immer u.U. doch eine Mehrheit im Parlament kriegen kann
- Kurzfristige vs. Langfristige Ziele - die Vision, die im Politikfeldparlamentarismus steckt, ist langfristig
[edit] Links
- Jyte: Gift Economy mit Tagging für Entscheidungen: http://jyte.com/
[edit] Implementierungen
[edit] Adhocracy
- Python Web-Anwendung
- Beliebige Datenbanken
- Zwischenergebnisse werden im memcached gespeichert (System muss sich erwärmen - aber ok)
- MQ für notifications
- Skaliert bisher noch nicht gut (Als Usecase bisher unwichtig)
- alles im Ordner trun/adhocracy (ausserhalb ist generiertes Zeugs)
- model, view, controller Separierung
- lib ist die eigentliche Implementierung
- democracy enthält den Wahl-Code
[edit] Liquid Feedback
- Zwei Teile: Backend und GUI
- Abstimmungslogik fast komplett in plpsql
- Frontend in Lua
- Viele SQL..... (loc ~2500)
- ganz schön viel.
- Delegation: zwei Tabellen:
- eine die den aktuellen Stand der Delegation wiedergibt
- eine die snapshots des aktiven Delegationsbaums aufnimmt (für die Nachverfolgbarkeit)
[edit] Schnittstellen
- Wichtig, damit Systeme in bestehende Systeme einbaubar sind
- RSS-Feeds, Mail, Google Wave, Twitter, eigene Anwendungen
- Die mitgelieferte Oberfläche sollte nicht direkt auf die Datenbank zugreifen?
- Aber: APIs sind schwer zu designen - und man legt sich sehr fest - hält die Entwicklung auf
- Wichtig für Code Review (damit man nicht so viel anschauen muss)
- Wichtig um andere Frontends anflanschen zu können
[edit] Abstimmungssysteme
- Annahme: Jeder hat seine Meinung, und am Ende soll eine Entscheidung herauskommen
- Condorcet-Paradoxon: Die Präferenzen einer Gruppe kann zyklisch (nicht transitiv) sein - auch wenn kein Mitglied eine zyklische Präferenz hat - über die Reihenfolge der Abstimmungen kann man das Ergebnis stark verfälschen
- Mehrheitswahl kann Minderheiten erlauben, Mehrheiten zu überstimmen
- Stichwahl ist eine simple Lösung
- Jederzeit neue Vorschläge einbringen löst so etwas auch (Diskurs)
- Monotonie-Kriterium: Jemand der mehr Stimmen kriegt kann dadurch benachteiligt werden
- Instant run-off verfahren: Stichwahl, wo man vorher für die Stichwahlen-Ergebnisse abfragt
- Man kann auch 1000 Punkte pro Monat vergeben die man in das Investieren kann was einem wichtig ist (Vielleicht mit Punkte Nachkaufen? ;)
- Approval-Wahl: Jeder meldet sich zu jedem Punkt den er gut findet - aber unehrliche Abstimmung ist ein Problem (vgl. doodle)
- Die Lösung: Schulze Methode! Hah! http://en.wikipedia.org/wiki/Schulze_method
- Problem: Berechnungsaufwand; nicht nachvollziehbar, einfach nachrechenbar ohne Software-Einsatz.
- Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile; es gibt keines, das ale Kriterien erfüllt und keine Paradoxa/ unerwünschten Effekte erzeugt.